Was ist ein Engramm? Der Schlüssel zum Verständnis der Dianetik

Warum reagiert ein Mensch manchmal völlig anders, als er es selbst möchte? Weshalb lösen bestimmte Worte, Gerüche oder Situationen plötzlich Angst, Wut oder Traurigkeit aus, obwohl objektiv gar keine Gefahr besteht?

Die Dianetik beantwortet diese Fragen mit einem zentralen Begriff: dem Engramm.

Wer die Grundlagen der Dianetik verstehen möchte, kommt an diesem Begriff nicht vorbei. Er bildet den Ausgangspunkt für das Verständnis des reaktiven Verstandes und der Arbeitsweise des Dianetik-Auditings.

Was ist ein Engramm?

Nach der Definition der Dianetik ist ein Engramm eine mentale Aufzeichnung eines Erlebnisses, das mit Schmerz, Bewusstlosigkeit oder einer ernsthaften Bedrohung des Überlebens verbunden war.

L. Ron Hubbard definiert ein Engramm als:

„Ein mentales Eindrucksbild eines Erlebnisses, das Schmerz, Bewusstlosigkeit und eine wirkliche oder eingebildete Bedrohung des Überlebens enthält.“

Nach der Dianetik wird ein solches Erlebnis nicht vom analytischen (bewussten) Verstand, sondern im reaktiven (unbewussten) Verstand gespeichert.

Warum entstehen Engramme?

In der Dianetik gehen wir davon aus, dass der analytische Verstand während starker körperlicher oder seelischer Belastung zeitweise eingeschränkt oder ausgeschaltet sein kann.

In diesem Moment übernimmt der reaktive Verstand die Aufzeichnung des Geschehens.

Dabei speichert er nicht nur den Schmerz selbst, sondern sämtliche Eindrücke der Situation:

  • Geräusche
  • Stimmen
  • Gerüche
  • Berührungen
  • Bilder
  • körperliche Empfindungen
  • gesprochene Worte

Nach der Dianetik werden diese Informationen gemeinsam gespeichert und können später erneut wirksam werden.

Wie bewirkt ein Engramm?

Ein Engramm bleibt gemäß der Theorie der Dianetik so lange aktiv, bis es aufgelöst wird.

Trifft ein Mensch später auf einen ähnlichen Reiz, kann das Engramm restimuliert werden.

Der reaktive Verstand erkennt dabei nicht, dass sich die Situation längst geändert hat. Er reagiert so, als wäre die ursprüngliche Gefahr erneut vorhanden.

Dadurch können Reaktionen entstehen, die für den Betroffenen selbst unverständlich erscheinen.

Ein einfaches Beispiel für ein Engramm

Marta fährt auf einer Landstraße, als sie plötzlich einem Reh ausweicht. Die Sonne steht schon tief und blendet sie. Im Radio spielt ihr Lieblingssong von Helene Fischer.

Dabei verliert sie die Kontrolle über das Auto, prallt gegen einen Baum und verletzt sich am Kopf. Für einen Moment ist sie bewusstlos, das heißt, sie hat für kurze Zeit keine bewusste Erinnerung. Das Letzte, woran sie sich erinnert, ist das Reh auf der Fahrbahn.

Als sie aussteigt, bemerkt sie das Blut, das auf ihre Kleidung tropft.

Nach der Dianetik hat Martas reaktiver Verstand bei diesem Unfall ein Engramm aufgezeichnet, denn dieses Geschehen beinhaltet und Schmerz und Bewusstlosigkeit.

Folgen eines Engramms

In den nächsten Tagen erholt sich Marta, doch die Anschaffung eines neuen Autos verschiebt sie immer wieder. Und wenn sie die Stimme von Helene Fischer hört, bekommt sie plötzlich Kopfschmerzen. Sie erklärt sich das mit dem Wetterwechsel und entscheidet sich für eine andere Playlist.

Nach der Dianetik sind Schmerz und Bewusstlosigkeit im reaktiven Verstand in Form eines Engramms gespeichert, jedoch dem bewussten Denken nicht unmittelbar zugänglich.

Welche Bedeutung hat das Engramm im Auditing?

Das Ziel des Dianetik-Auditings besteht darin, Engramme aufzufinden und ihre emotionale Ladung zu beseitigen.

Dabei arbeitet der Auditor nach den Grundsätzen der Dianetik ausschließlich mit der Aufmerksamkeit des Preclears. Es werden weder Interpretationen gegeben noch Erinnerungen vorgeschlagen.

Eine Dianetik-Sitzung hat zum Ziel, belastende Erlebnisse immer nur so weit an die Oberfläche zu bringen, wie sie im jeweiligen Moment leicht bewältigt werden können. Engramme können so Schicht für Schicht ihre Wirkung verlieren.

Wie kann man ein Engramm entlasten?

In einem Beispiel wie dem oben beschriebenen ist das Engramm häufig leicht zu entlasten. Ein Ereignis wie ein Unfall, das sich erst vor kurzer Zeit ereignet hat, lässt sich oft vergleichsweise schnell bearbeiten.

In vielen Fällen ist das ursprüngliche Engramm jedoch nicht ohne Weiteres erreichbar. Die Gründe liegen auf der Hand. Insbesondere wenn das Geschehen viele Jahre zurückliegt, wurde es möglicherweise immer wieder restimuliert und hat sich auf diese Weise gewissermaßen „aufgeladen“. Hinzu kommt, dass Menschen häufig eigene Erklärungen für ihre Beschwerden entwickeln, was den Zugang zusätzlich erschweren kann.

In solchen Fällen entlastet der Auditor das Engramm, indem er zunächst leichtere Geschehnisse bearbeitet, die mit diesem Engramm in Verbindung stehen.

Beispiel: Die Entlastung eines Engramms

Oskar wurde als Kleinkind operiert und leidet seit dieser Zeit immer wieder unter Bauchschmerzen.

In diesem Fall könnte man spätere Geschehnisse aufspüren, die selbst keine Engramme sind, sondern lediglich Momente darstellen, in denen das ursprüngliche Engramm restimuliert wurde. Solche Ereignisse werden Locks genannt. Sie enthalten weder Schmerz noch Bewusstlosigkeit, sondern lediglich leichteres Unbehagen.

Es ist außerdem möglich, dass es ein noch früheres Geschehen gibt, das ebenfalls mit Bauchschmerzen zusammenhängt. Eine Reihe solcher miteinander verbundenen Erlebnisse bezeichnet die Dianetik als Kette.

Wichtig ist dabei, dass der Auditor immer nur ein einziges Geschehen bearbeitet und so lange dabei bleibt, bis eine deutliche Erleichterung eingetreten ist. Auf keinen Fall sollte er von einem Geschehen zum nächsten oder gar in eine andere Kette springen, da dies nach der Dianetik zu einer Überrestimulation führen kann. 

Fazit

Das Engramm ist einer der zentralen Begriffe der Dianetik. Nach ihrer Theorie können schmerzhafte Erlebnisse im reaktiven Verstand gespeichert und später durch ähnliche Reize restimuliert werden. Das Dianetik-Auditing soll diese Aufzeichnungen schrittweise entlasten und so ihren Einfluss auf das gegenwärtige Erleben verringern. Wer das Konzept des Engramms versteht, hat eine wichtige Grundlage zum Verständnis der Dianetik.

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